Die steigende Zahl von Krankenhauseinweisungen bei geimpften Patienten verstehen 

Die Impfkampagne hat zu einem Rückgang der COVID-19-Infektionen geführt und vor allem schwere Formen der Krankheit (Krankenhauseinweisung und Tod) verhindert. Die jüngsten Daten aus Luxemburg zeigen jedoch, dass die Krankenhauseinweisungen im Zusammenhang mit COVID-19 fast ebenso viele geimpfte wie ungeimpfte Personen betreffen. Um eine falsche Analyse dieser Situation auszuschließen, ist es wichtig, sich nicht auf absolute Zahlen zu stützen, da alles eine Frage des Verhältnisses und des Profils der betroffenen Bevölkerung ist.

Fast ebenso viele Krankenhauseinweisungen bei Geimpften ... weil viel mehr Menschen geimpft sind

Je höher die Impfquote in einer Bevölkerung ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Anteil der geimpften Personen, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, steigt. Das hängt damit zusammen, dass die Impfeffektivität der derzeit verwendeten COVID-19-Impfstoffe bei 60-95% liegt, wodurch einige Menschen trotz allem infiziert werden und möglicherweise ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Wenn die gesamte Bevölkerung geimpft wäre, würde das zum Beispiel auch bedeuten, dass 100% der Personen, die wegen einer COVID-19-Infektion in ein Krankenhaus eingeliefert werden, geimpft wären.

In Luxemburg liegt die Impfquote (d. h. der Anteil der Personen mit vollständigem Impfschutz) für alle Einwohner, die für eine Impfung gegen COVID-19 in Frage kommen (zwölf Jahre und älter), bei 77,4% (Daten vom 26. November 2021). Da der Anteil der Personen mit vollständigem Impfschutz also wesentlich größer ist als der Anteil der Ungeimpften, ist es auch nicht überraschend, dass erstere, trotz Impfung, fast genauso häufig auf den Krankenhausstationen liegen wie letztere (Grafik 1).

Grafik 1 – Schematische Darstellung des Anteils geimpfter und ungeimpfter Personen bei Krankenhauseinweisungen

Ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden muss: das Alter

Zunächst einmal variiert die Impfquote bei den in Luxemburg ansässigen Personen je nach Altersgruppe (Grafik 2), wobei die Impfquote der älteren Altersgruppen höher ist. In der Altersgruppe der über 40-Jährigen haben mindestens acht von zehn Personen einen vollständigen Impfschutz. Dieser Anteil ist bei den unter 40-Jährigen und insbesondere bei den Jugendlichen in ihren Zwanzigern geringer. 

Grafik 2: Impfquote nach Altersgruppen bei in Luxemburg ansässigen Personen (25/11/21)
Quelle: Gesundheitsbehörde

Zwischen dem 1. Oktober und dem 24. November 2021 betreffen die Krankenhauseinweisungen in der Normal- und Intensivpflege in Luxemburg vor allem ungeimpfte Personen ab 30 Jahren (siehe Tabelle). Die geimpften, mit COVID-19 infizierten und ins Krankenhaus eingelieferten Personen sind wesentlich älter und weisen häufig auch andere Erkrankungen auf. Es handelt sich also um Personen, deren Immunsystem aufgrund ihres Alters und/oder einer zugrunde liegenden Krankheit etwas beeinträchtigt ist.

Verteilung der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten nach Altersgruppe und Impfstatus, 1. Oktober bis 24. November 2021

 

Normalpflege

Intensivpflege*

 

Vollständiger Impfschutz

Nicht geimpft

Vollständiger Impfschutz

Nicht geimpft

0-11 Jahre

NA

4

NA

0

12-30 Jahre

1

5

0

1

31-45 Jahre

3

26

0

4

46-60 Jahre

12

25

4

7

61-75 Jahre

22

15

10

11

76+ Jahre

24

18

3

2

Gesamt

62

93

17

25

* Eine Einweisung wird als "Intensivpflege" eingestuft, wenn die Person während ihres Krankenhausaufenthalts mindestens einen Tag auf der Intensivstation verbracht hat.
Quelle: Generalinspektion der Sozialen Sicherheit

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Impfung eine große Anzahl von Menschen wirksam vor COVID-19 und den Varianten* schützt, die heute in Luxemburg vorkommen. Sie trägt auch dazu bei, den reibungslosen Betrieb unserer Krankenhäuser aufrechtzuerhalten.

*Mitte November 2021 zeigten alle Sequenzierungen der positiven PCR-Tests, die in Luxemburg festgestellt wurden, die Delta-Variante vor.

Rückgang der Impfimmunität: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu treffen?

Zwar betrifft heute die Mehrzahl der Krankenhauseinweisungen in Luxemburg Ungeimpfte, doch auch Personen mit einem vollständigen Impfschutz, bei denen die letzte Dosis mehr als sechs Monate zurückliegt, haben ein erhöhtes Risiko, eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln. Die dritte Dosis wird in unserem nächsten Artikel thematisiert.

Darüber hinaus ist es wichtig, die Hygienemaßnahmen (Tragen einer Maske, regelmäßiges Händewaschen, soziale Distanzierung) beizubehalten. Dies gilt insbesondere, da in den letzten Wochen die Zahl der Ansteckungen mit COVID-19 rapide angestiegen ist und das Virus auch unter Personen mit vollständigem Impfschutz zirkuliert.

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